Tipps & Tricks: Praktikum Norwegen

Norwegen – das Land der Trolle, Fjorde und des Skisports –  ist ein hochentwickeltes Industrieland mit hohen Lebensstandards. Europaweit besitzt es eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten. Mit einer hohen Nachfrage an Arbeitskräften und gut bezahlten Jobs, ist Norwegen attraktiv für jeden Arbeitnehmer. Doch auch für Praktika?

Ein Praktikum in Norwegen: gar nicht so einfach!

Und schon haben wir das Problem: Anders als bei Stellenangeboten, gestaltet sich die Praktikumssuche in Norwegen sehr schleppend. Das gilt für die Norweger ebenso wie für Ausländer. Der Grund ist einfach: Im norwegischen Studium ist der praktische Teil schon integriert. Es ist nicht üblich zusätzlich Praktika zu absolvieren. Sie werden daher auch gar nicht erst ausgeschrieben. Wer trotzdem eines machen möchte, muss sich durchbeißen. Eigeninitiative ist das Stichwort!

Wie und wo findet man eine Praktikumsstelle?

Zunächst einmal kann man selbst norwegische Firmen anschreiben. Das geschieht im Bestfall in Norwegisch, allerdings ist man es in Norwegen gewohnt Englisch zu sprechen. Je nach Branche, kann dies für dein Praktikum sogar ausreichen. Aus Höflichkeit empfiehlt es sich trotzdem zumindest den norwegischen Smalltalk zu lernen. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass die Norweger sich duzen – auch in Schriftform und unabhängig ob Freund oder Vorstand. Für den offiziellen Erstkontakt empfiehlt sich aber die förmliche Form: Statt „Sehr geehrte Damen und Herren“ lassen die Norweger dabei die Anrede einfach weg. Aber nicht wundern, wenn eine Mail mit „hei [dein Vorname]“ zurückkommt.

Falls du Norwegisch bereits kannst, helfen dir die norwegischen „Gelben Seiten“ – Gule Sider– weiter. Dort findest du die Adressen norwegischer Unternehmen

Ansonsten kann die Suche auch über deutsche Firmen, die in Norwegen tätig sind, erfolgreich sein. So sind beispielsweise Bosch, Würth und DHL dort vertreten. Sie haben eher ein Interesse ausländische und vor allem deutsche Studenten mit ins Boot zu holen. Dazu zählt auch die deutsch-norwegische Handelskammer, die selbst ein Praktikum dauerhaft ausgeschrieben hat. Hier kannst du außerdem viel zum Leben und Arbeiten in Norwegen erfahren.

Eine Liste der deutschen Institutionen in Norwegen findest du auf der Seite der deutschen Botschaft in Oslo. Möglicherweise bieten auch sie auf Nachfrage einen Praktikumsplatz an. 

Ansonsten gibt es die üblichen Verdächtigen IAISEC und DAAD, die dich sowohl bei der Finanzierung, als auch bei der Suche unterstützen. Ab und zu lohnt sich auch ein Blick auf www.diplomcampus.de. Dort werden verschiedene Auslandspraktika ausgeschrieben, mit viel Glück ist auch ab und an Norwegen dabei.

Landwirtschaft und Medizin: In welchen Branchen sind die Chancen am besten?

Norwegen – das sind vor allem Fischerei, Tourismus und Erdöl. Hinzu kommen die Land- und Energiewirtschaft, Geowissenschaften und der Energiebereich. Der Deutsche Bauernverband kann bei einem Auslandspraktikum auf dem Bauernhof behilflich sein. 

Ansonsten ist vor allem eine deutsche Berufsgruppe mehr als gefragt in Norwegen: Mediziner bzw. Medizinstudenten. Aus Mangel an Ärzten hat man sogar ein spezielles Rekrutierungsprogramm aufgelegt. Erwünscht sind jedoch auch hier zumeist approbierte Ärzte.

Wie bewerbe ich mich in Norwegen?

Die Bewerbung ist der deutschen sehr ähnlich. Sie besteht aus einem Anschreiben (Jobbsøknaden) und dem Lebenslauf (Curriculum vitae oder Levnetsbeskrivelse). Zeugnisse und Nachweise werden jedoch nur auf Wunsch beigefügt. Übrigens ist in Norwegen sechs die beste Note und eins die schlechteste. Beim Anschreiben steht, wie in Deutschland auch, die eigene Motivation Vordergrund. Wichtig ist hierbei, wie schon erwähnt, die nicht vorhandene Anrede. Das Schreiben hat also nur einen Betreff. Der Lebenslauf nennt zunächst die Daten zur Person und listet schließlich die schulische und berufliche Laufbahn auf. In der Regel geschieht das in umgekehrter Chronologie. Stärker als in Deutschland legt man hier außerdem Wert auf persönliche Interessen und ehrenamtliche Tätigkeiten. Diese also unbedingt erwähnen! Auch ein oder zwei Referenzen, von beispielsweise einem Professor oder dem früheren Arbeitgeber, sind üblich. Genauere Daten zur Bewerbung sowie Musteranschreiben bzw. -lebensläufe findest du hier. 

von: Katja Beck

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