Kulturdschungel: Weihnachten in Afrika

Weihnachten am Strand?Kaum zu glauben, aber möglich…in Afrika! Zum 2. Advent begeben wir uns nach Afrika, um weihnachtliche Sitten und Bräuche auf dem heißesten Kontinent der Welt kennenzulernen.

Südafrika

Während Mitteleuropäer Weihnachten mit Schnee, beschlagenen Scheiben und heimeliger Ofenwärme verbinden, verbringen Südafrikaner die Feiertage nicht selten am Strand und beim Picknicken im Freien. Für die Bevölkerung ist Weihnachten ein Karnevalsfest. Gutes Essen sowie singende und tanzende Menschen vermitteln den Eindruck ausgelassener Fröhlichkeit.

Etwas besinnlicher begeht der englisch sprechende Teil der Bevölkerung die Festtage. Die Kinder hängen ihre Strümpfe auf, in der Hoffnung, der Weihnachtsmann möge diese mit vielen Geschenken füllen. Sängergruppen machen die Runde und singen bei Kerzenlicht Weihnachtslieder. Andere stellen einem alten Brauch folgend pantomimisch Weihnachtsgeschichten dar, wovon sich vor allem die Kleinen ergriffen zeigen. Am 26. Dezember, dem „Boxing Day“, werden Kisten mit Essen und Geschenken an die Armen verteilt.

Ghana

„Afishapa“ heißt in Ghana „Frohe Weihnachten“. Die Adventszeit dient als Anlass, um Verwandte zu besuchen. Ghana gehört zu den ärmeren Ländern dieser Welt. Viele Menschen können sich erst recht kein Auto leisten. So müssen sie zu Fuß aufbrechen, um ihre Familienmitglieder zu sehen. Das kann manchmal sogar Tage dauern. Aber die Meisten freuen sich, ihre Verwandten wiederzusehen. Als Weihnachtsbaum kann ein Mango-, Guaven –oder Cashewbaum geschmückt werden.

Weihnachten wird in Ghana am 25. und 26. Dezember gefeiert. Es wird gesungen, getanzt und manchmal wird sogar ein Theaterstück aufgeführt. Viele arme Familiendie das ganze Jahr über sparen müssen, bereiten an diesem besonderen Tag ein Festmahl zu. Es gibt Reis, Ziegen- oder Hühnerfleisch und viel Obst. Am 26. Dezember werden Kisten mit Lebensmitteln, Süßigkeiten und kleinen Geschenken zusammengestellt und an arme Familien verschenkt.

Das typische Weihnachtsessen ist Fufu, ein Eintopf mit Gemüse und Fleisch. Am 26. Dezember findet dann die Bescherung statt und den Kindern wird eine Kleinigkeit zum Spielen oder zum Anziehen geschenkt. In Ghana lässt man es sich nicht nehmen, zu Weihnachten richtig zu feiern, und so werden oft auch Feuerwerke veranstaltet.

Kenia

Weihnachten hat in Kenia eine ganz andere Bedeutung im Vergleich zu Deutschland. Hier bekommt das vierte der biblischen zehn Gebote, Vater und Mutter zu ehren, eine wichtige Bedeutung.

Die Kinder übernehmen die Arbeit zu Hause: Sie müssen das Haus reinigen, dekorieren und das Essen für den nächsten Tag vorbereiten. An Heiligabend trifft man sich zu einem großen Festmahl.

Am Morgen des 25. Dezembers wird eine Ziege geschlachtet, deren Fleisch in der Familie verteilt wird. Danach geht man von Haus zu Haus, um überall fröhliche Weihnachten zu wünschen und Geschenke auszutauschen. Zum Ausklang des Festes wird bis in den Morgen ausgelassen getanzt.

Äthiopien

Die meisten Bewohner in Äthiopien gehören der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche an. Weihnachten feiert diese Glaubensgemeinschaft nach dem alten julianischen Kalender am 7. Januar und nennt es „Ganna“.

Traditionell wird am Weihnachtsabend des 6. Januar gefastet. Im Morgengrauen des Weichnachtstages wird eine Messe gefeiert. Erwachsene tragen dabei ein weißes Baumwollgewand mit bunten Streifen an den Bündchen, die „Shamma“. Jeder Kirchgänger erhält beim Eintritt eine Kerze und nimmt an einer Prozession teil, bei der die Kirche drei Mal umrundet wird.

Das Weihnachtsessen besteht aus einem scharf gewürzten Eintopf namens „Wot“, der aus Fleisch und Gemüse und manchmal auch aus Eiern besteht. Dazu gibt es ein Fladenbrot namens „Injera“, mit dem die Suppe gelöffelt wird.

von Anastasiia Berkova

 

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