Kulturdschungel: Mongolei

Zwischen Russland und China liegt ein Land der Nomaden, Steppen, Jurten und Dschingis Khan…– die Mongolei. Mit der Hauptstadt Ulaanbaatar ist das Land in Asien dreifach größer als Frankreich und das mit nur ca. 3 Millionen Einwohnern. Du kannst stundenlang mit dem Pferd reiten und triffst dennoch niemanden. Falls doch, solltest du aber über die Kultur und Bräuche der Mongolen Bescheid wissen. Wir erzählen dir mehr darüber.

 Die Menschen in der Mongolei: Das Leben in der Jurte

Bis zur heutigen Zeit haben viele der Mongolen ihre nomadische Lebensweise in der Jurte bewahrt. Das Leben ist durch den Spruch „All meinen Besitz trage ich bei mir“ gekennzeichnet. Die Jurte bietet Schutz vor den harten klimatischen Bedingungen, denen die Nomaden während des Wanderns inmitten der flachen Steppe ausgesetzt sind. Die Märsche sind notwendig, damit das Vieh stets genügend Fläche zum Grasen findet.

Außerdem ist die Jurte fester Bestandteil des archaischen, naturverbundenen Daseins der Mongolen. In der Mitte der mongolischen Jurte steht der Herd. Gleichzeitig ist dort auch das kultische Zentrum. Die linke Seite des Innenraums beherbergt die Frauen und Kinder – hier werden die Dinge des Alltags erledigt. Die rechte Seite ist den Männern vorbehalten. Hinten rechts ist die „Ehrenseite“ – sie beherbergt den ältesten männlichen Besucher der Familie.

Die Menschen in der Mongolei sind sehr stolz und gastfreundlich. Nie lassen sie einen Fremden in der Kälte stehen. Jederzeit sind sie bereit selbst das Wenige, was sie haben, zu teilen. Und das ist das Volk, das unter Dschingis Khan als wilde Reiterkrieger und virtuose Bogenschützen Ost- und Mitteleuropa wie im Sturm erobert hat.


Mongolisches Essen und Trinken: Nichts für Veganer

Die mongolischen Spezialitäten

Die mongolische Küche ist stark durch Fleisch und Milch geprägt. Das Fleisch der mongolischen Küche stammt hauptsächlich von Schaf, Hammel und dem Yak sowie von Pferden, Ziegen, Rindern, Schweinen und Kamelen.

Bekannte mongolische Spezialitäten sind Buuz (Gedämpfte Teigtaschen gefüllt mit Fleisch), Bansh (Gekochte Teigtaschen), Khuushuur (In Schafsfett frittierte Teigtaschen), Zöwin (Gebratene Nudeln mit Möhren und Kohl) und Aaruul (getrockneter Quark). Eine besondere Zubereitungsform für Fleisch ist das Garen mittels glühend heißer Steine.

Aus der Milch der Yaks, Pferde, Schafe und Ziegen werden verschiedene Milchprodukte wie Quark, Frischkäse oder Butter gemacht.

Die mongolischen Getränke

Getrunken wird in der Mongolei vergorene Stutenmilch (Airag), gesalzener Milchtee (Suutei Tsai) oder ein leichter Milchschnaps (Mongol Arkhi).


Religion und Feste in der Mongolei

Schamanismus

Das Leben der Menschen in der Mongolei ist von tiefer Naturverbundenheit geprägt, die ihren Ursprung im Schamanismus hat. Alles in der Natur – Menschen, Tiere, Pflanzen sowie auch alle anderen Dinge- ist, so glaubt man, beseelt, hat unterschiedliche Bedeutungen und unterscheidet sich im charakterlichen Ausdruck voneinander.

Der „Ovoo“ ist ein Steinhaufen und stammt ursprünglich aus dem Schamanismus.Sie werden einerseits zur Navigation benutzt und sind andererseits religiöse Plätze, an denen die Berge und der Himmel angebetet und für buddhistische Zeremonien verwendet werden.

Buddhismus

Der Buddhismus spielte in der Geschichte die wichtigste und größte Rolle, wurde aber er in sowjetischen Zeiten wie alle übrigen Religionen bekämpft. Heutzutage sind 50% der Mongolen tibetische Buddhisten und 40% bezeichnen sich als nicht religiös.

Naadam – Fest

Naadam feiern die Mongolen jedes Jahr im Juli. An diesem Tag wird Dschingis Khans gedacht und der Entstehung des mongolischen Staates. Aus religiöser Tradition, auf die das Naadam-Fest gründet, bilden mongolische Ringkämpfe, Wettbewerbe im Bogenschießen sowie Pferderennen den Kern des Festes. Die Mongolen tragen ihre schönsten Trachten: Die Frauen legen kostbare Ohrringe an, die Männer schwere Metallschärpen. Es wird geredet, gelacht, angefeuert und applaudiert.


Benimmregeln in der Mongolei

Begrüßung 

Wenn du eine Frau begrüßt, begnüge dich lieber mit dem Lächeln und „Hallo“. Männer kannst du aber gerne mit einem Handschlag begrüßen.

Tisch-Sitte der Mongolen

Wichtig: Wer als Fremder oder Tourist zum Essen oder zu einem Milchtee eingeladen wird, sollte dies auf keinen Fall ablehnen.

Essen sollte mit der rechten Hand genommen und überreicht werden. Man sollte nichts mit der linken Hand geben oder nehmen.

In der Jurte

Das Betreten einer Jurte ist mit vielen Regeln verbunden, an die sich jeder Gast zu halten hat. Aber keine Angst. Als Besucher aus der Fremde (sei es nun das Ausland oder eine Großstadt), genießt man bei den Nomaden den Status eines „gehörnten Hasen“.

Das Anklopfen ist nicht so üblich. Nachdem man die Jurte betreten hat, wird der Gastgeber dem Besucher in der Regel einen Platz zuweisen. Falls nicht, gilt, dass man sich im Uhrzeigersinn auf den nächsten Platz auf der linken Seite setzt. Die Zuweisung von Plätzen bestimmt in der Jurte die Rangordnung.

Im Gespräch

Gern gesehen wird es, wenn der Besucher von sich selbst und dem Ort, aus dem er kommt, berichtet oder Komplimente über die Landschaft der Mongolei macht.

von Anastasiia Berkova

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