Aktuelles: Türkei

Seit Monaten gibt es Spannungen zwischen „dem Westen“ und der Türkei. Angefangen mit Streitigkeiten in der Flüchtlingsfrage bis hin zum Böhmermann-Eklat, der die Wahrung der Grundrechte in der Türkei in den Vordergrund rückte sowie Kritik an der Kurdenpolitik Erdoğans laut werden ließ. Am Abend des 15. Julis folgte dann der Putschversuch.

Die Lage in der Türkei ist im Moment politisch nicht ganz so einfach. Wenn du trotzdem ein Auslandspraktikum, Auslandssemester oder Work & Travel in der Türkei planst oder bereits vor Ort bist solltest du folgende Dinge beachten.

  • Am 20. Juli wurde der Notstand ausgerufen, zunächst für 3 Monate. Ausgangssperren können entsprechend verhängt und Personenkontrollen jederzeit durchgeführt werden. Solltest du in diese Situation kommen, lass sie ruhig über dich ergehen und achte darauf immer gültige Ausweisdokumente dabei zu haben. Das türkische Ministerpräsidium gibt jedoch derzeit an, dass keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden sollen, die das tägliche Leben beeinflussen.
  • Weitere Einschränkungen der Versammlungs-, Demonstrations- und Pressefreiheit sind möglich. Den Anweisungen sollte man Folge leisten. Eine offenkundige Haltung gegen die Türkei solltest du nicht allzu stark verbreiten, vor allem in den sozialen Netzwerken.
  • Öffentliche Plätze und Menschenansammlungen solltest du erst einmal meiden.Das Auswärtige Amt empfiehlt außerdem die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel auf das Nötigste zu beschränken.
  • Seit 2015 kommt es immer wieder zu gewaltsamen Konflikten zwischen türkischen Sicherheitskräften und der terroristischen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) und ihrer Splitterorganisationen. Mit bewaffneten Auseinandersetzungen musst du rechnen, möglicherweise auch mit weiteren terroristischen Anschlägen.
  • Generell sollest du nicht in die Grenzgebiete zu Syrien und Irak reisen, „ insbesondere in die Städte Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, Yüksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, Şırnak und Hakkâri“. (Auswärtiges Amt)
  • Im Zweifelsfall rät das Auswärtige Amt dazu, in die Wohnungen zurückzukehren und sich medial über Sicherheitsbestimmungen zu informieren.
  • Wichtig! Für deinen längeren Aufenthalt solltest du dich außerdem „elektronisch in der Deutschenliste der deutschen Auslandsvertretung […] registrieren (unter: https://elefand.diplo.de/elefandextern/home/login!form.action) und die dort hinterlegten Kontaktdaten auf dem aktuellen Stand zu halten.“ (Auswärtiges Amt)

Allgemein sollest du beachten, dass die Ausrufung des Notstands noch nicht gleich das Ende der Rechtsstaatlichkeit bedeutet. Auch Frankreich hat nach den Anschlägen in Paris den Notstand ausgerufen.

Aktuelle Infos zur Lage in der Türkei findest du unter:

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/TuerkeiSicherheit.html

Von: Katja Beck

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