Aktuelles: London

London: schweineteuer, super schmutzig und extrem multikulti? Das stimmt wohl alles! Trotzdem hat mich „the capital of Great Britain, Scotland, Northern Ireland and Wales“ bereits das dritte Mal angezogen.

London strebt nach dem Status „24-Stunden-Stadt“ und bleibt sogar in der Nacht in Bewegung. Es ist dieser Kontrast zwischen Tradition und Moderne, zwischen den Bärenfellmützen der königlichen Wachablösung und den neusten Modetrends auf der Straße, zwischen Afternoon Tea und bengalischen Currys der Brick Lane, der den Reiz der englischen Hauptstadt ausmacht. Aber zuerst ein paar Worte über die Insassen des Albions.

Homo Londonerinus

London ist nicht gleich England, aber bestimmte englische Charakterzüge – eine gewisse Reserviertheit, Höflichkeit, Traditionsbewusstsein und Selbstironie- bilden das Fundament der Koexistenz in der Großstadt. Für die letzte Eigenschaft sprich Selbstironie kann ich einige lustige Beispiele anführen:

🙂 Wir fahren auf der richtigen Straßenseite. (Das kommt noch vom Reiten damals, weil die meisten Menschen Rechtshänder sind und der Schwertarm natürlich frei sein musste. Behaupte ich mal.)

🙂 Der Pub ist das zweite Wohnzimmer. Zumindest für viele. Arm sitzt neben Reich, es findet reger sozialer Kontakt statt.

🙂 Kolonien sind ziemlich aus der Mode gekommen, seit die abtrünnigen Amerikaner 1773 unseren guten Tee in den Bostoner Hafen geworfen haben und keine Kolonie mehr -sein wollten. Wir haben das noch eine Zeit lang versucht, aber dann doch Indien und 1997 auch noch Hong Kong sich selbst überlassen. Sollen sie doch sehen, wo sie ohne uns bleiben!

🙂 In unserem Pass steht tatsächlich, dass unsere Königin uns Schutz und Geleit überall verspricht

🙂 Ach ja. Wir sind selbstverständlich stets zurückhaltend, zuvorkommend und höflich, tragen alle schwarze Anzüge, Melone und Regenschirm und stehen stundenlang am Bus Schlange. Dafür drängeln wir in der U-Bahn (»tube«), aber bitte nicht weitersagen.

….Und ihr sagt noch, dass wir keinen Humor haben

Sehenswertes in London

Versucht nicht alles auf einmal zu sehen! Ihr kommt bestimmt noch Mal. Das war schon mein drittes Mal London und es bleibt immer noch viel zu besuchen. Wo Eintrittspreise verlangt werden, sind diese allerdings sehr hoch. So paradox es klingen mag, aber die berühmteste Sehenswürdigkeit in London – The Tower- würde ich nicht empfehlen. Die Eintrittspreise sind 25£ für Erwachsene, 19,5£ ermäßigt 12£ für Kinder. Falls ihr das Königschloss oder die – residenz sehen wollt, dann fast für den gleichen Preis wie Hampton Court Palace oder Windsor Castle. Das Gleiche bezieht sich auch auf Westminster Abbey.

Dabei sind unzählige Museen und Baudenkmäler der Stadt gratis zu sehen und die sind wirklich spektakulär:

Die National Gallery am Trafalgar Square beherbergt heute eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen alter europäischen Meister: Boticelli, Cezanne, van Gogh, Manet, Monet, Raffael, Renoir und viele andere

Das British Museum ist das weltweit berühmteste Nationalmuseum mit Highlights wie die Lindow-Man-Torfmumie, die ägyptischen Rosette-Stone-Hieroglyphen, die Schätze der Sutton-Hoo-Schiffsbestattung, der berühmteste Lesesaal, wo Karl Marx „das Kapital“ geschrieben hat.

Als InsiderTipp könnt ihr auch Highgate Cemetery besuchen, Londons berühmtester Friedhof, wo Karl Marx seinen Seelenfrieden fand. Der westliche Teil mit gotischen Grabskulpturen und Mausoleen ist nur mit Führung zu besichtigen, aber es lohnt sich: die Egyptian Avenue und The Circle of Lebanon Vaults mit Katakombgräbern, die Bram Stoker für „Dracula“ inspiriert haben.

Tate Modern ist der riesige Backsteinbau an der Themse mit einer Sammlung internationaler, moderner Kunst: Matisse, Dali, Picasso, Pollock und Warhol.

Victoria & Albert Museum ist das weltgrößte Museum für angewandte Kunst und Kunstgewerbe: Skulpturen, Porzellan, Kleidung, Mobiliar, Glas, Silber aus Europa, Amerika und Asien.

Das monumentale neogotische Gebäude des Natural History Museum ist das wohl schönste Museumsgebäude in London. Dort findet ihr zahlreiche Dinosaurierskelette und Tausende von ornamentalen Tier- und Pflanzenskulpturen.

 Und noch ein paar Eindrücke… 

Londoner sind wirklich überhöflich, ich habe bestimmt 50 Mal pro Tag „Sorry“ gehört.

Es scheint, dass niemand an einem sonnigen Tag arbeiten geht. So viele Leute joggen an der Themse entlang. Machen sie das in der Mittagspause?

Die Underground in London ist wirklich sehr klein und gilt als die älteste der Welt. Vor vielen Jahren sind dort noch Kutscher mit Pferden gefahren.

In den Pubs der Stadt ertönt gegen 23.00 Uhr in den meisten Pubs die Glocke für die “Last Orders”. Dann beginnt die “Sperrstunde”, die es zwar seit 2005 nicht mehr gibt, aus Tradition jedoch trotzdem gerne weitergeführt wird.

Reserviert die Karten für das Harry Potter-Museum mindestens einen Monat davor und falls es nicht klappt, ruft sofort die Hotline an. Das war meine größte Enttäuschung, aber gleichzeitig ein guter Anlass wieder nach London zu fahren.

von  Anastasiia  Berkova

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